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Steuern sparen bei Abfindungen

Möchte der Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis (vorzeitig) beenden, so haben Arbeitnehmer unter bestimmten Umständen die Möglichkeit eine Abfindung zu verhandeln. Eine solche, außerordentliche Zahlung als Entschädigung für das Arbeitsverhältnis und den dadurch resultierenden Verlustausfall ist normalerweise steuerpflichtig. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was es zu beachten gilt und wie Sie Steuern sparen können, wenn Sie eine Abfindung erhalten haben.

Sind Abfindungen steuerfrei?

Nein. In der Regel sind Abfindungszahlungen nicht steuerfrei. Sie gelten als Arbeitsentgelt, bzw. als Ausgleichszahlung für nicht erfolgte Lohnzahlungen. Entsprechend muss eine Abfindung voll versteuert werden. Freibeträge, wie es sie in der Vergangenheit (bis 2005) gab, existieren heute nicht mehr. Auch die Nutzung des Halbeinkünfteverfahrens ist heute nicht mehr möglich.

Meistens ist es so, dass der Arbeitnehmer (ähnlich wie bei den monatlichen Lohnzahlungen) nur einen Teil des verhandelten Bruttobetrags seiner Abfindung ausgezahlt bekommt. Der Arbeitgeber behält einen Teil den Rest ein und führt diesen für den Arbeitnehmer zum Ausgleich von Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Die Steuerschulden sind damit abgegolten.

Versteuerung nach dem Zuflussprinzip

Wie fast immer im Einkommensteuerrecht gilt auch bei Abfindungen das Zuflussprinzip. Das heißt die Abfindungen müssen in dem Jahr versteuert werden, in dem Sie tatsächlich angefallen sind. Entscheidend ist der Zahlungseingang auf dem Konto, nicht das Datum unter dem Aufhebungsvertrag oder der sonstigen Vereinbarung mit dem alten Arbeitgeber. Hierzu ein Beispiel:

Der Angestellte Herr K. hat mit seinem Arbeitgeber zum 31.10.2015 einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Im Aufhebungsvertrag findet sich eine Klausel, welche die Zahlung der Abfindung zum 31.01.2016 vorsieht. Der Arbeitgeber überweist das Geld pünktlich auf das Konto des Arbeitnehmers. Da die Zahlung erst im Jahr 2016 auf dem Konto des Arbeitnehmers zufließt, muss diese auch erst im Jahr 2016 in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

Das Zuflussprinzip kann genutzt werden um die Steuerlast zu senken. Wird ein Arbeitnehmer beispielsweise zum Jahresende gekündigt (hat er das Jahr voll gearbeitet, wird er hohe Einkünfte haben und einen entsprechend hohen Steuersatz), so kann es sinnvoll sein die Abfindungszahlung ins nächste Jahr zu schieben (sofern dies möglich ist). Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer im darauffolgenden Jahr nur mit wenigen Einkünften rechnet (z.B. weil er Arbeitslosengeld beziehen wird).

Steuern sparen mit der Fünftelregelung

Vor allem Arbeitnehmer die normalerweise steuerlich gering belastet sind, trifft die Zahlung einer höheren Abfindung oft gleich mit doppelter Härte. Auf der einen Seite müssen natürlich Steuern auf den Abfindungsbetrag entrichtet werden und auf der anderen Seite führt die hohe Abfindungszahlung auch dazu, dass sich der persönliche Steuersatz im Jahr der Abfindungszahlung enorm erhöht – auch das übrige Einkommen im Jahr wird so mit einem höheren Steuersatz belastet. Man spricht hier von sog. Progressionseffekten.

Eine legale und gute Möglichkeit zum Steuern sparen ist die Nutzung der sogenannten Fünftelregelung. Bei dieser Regelung wird (fiktiv) so verfahren, als würde der Steuerzahler über einen Zeitraum von 5 Jahren jeweils ein Fünftel der Abfindung erhalten. Hiermit reduziert sich oftmals der Progressionseffekt, was unterm Strich zu einer Steuerentlastung führt. Der anfallende Steuerbetrag muss aber natürlich sofort im Jahr der Zahlung (des Zufluss) der Abfindung entrichtet werden.

Die Fünftelregelung kann allerdings nur zum Einsatz kommen, wenn bestimmte Sachverhalte gegeben sind. Die folgenden Dinge müssen beachtet werden, wenn die Fünftelregelung angewendet werden soll:

  • die Abfindung muss in den Bereich der “außerordentlichen Einkünfte” fallen (geregelt in § 4 Einkommensteuergesetz)
  • sie muss außerdem einen „Ausgleich für Einnahmeverluste“ darstellen
  • und die Auszahlung der Abfindung muss in einer einmaligen Zahlung erfolgen.
  • Außerdem muss das Arbeitsverhältnis ausdrücklich auf Veranlassen des Arbeitgebers beendet worden sein.

Und so funktioniert die Fünftelregelung

Bei der Fünftelregelung wird zuerst geguckt, was der Arbeitnehmer auf seine sonstigen Einkünfte im Jahr für Steuern zahlen müsste. Danach wird ein Fünftel der Abfindung auf das sonstige, zu versteuernde Einkommen aufgeschlagen und es wird die Steuerlast für diesen Betrag ermittelt. Die Differenz der beiden ermittelten Steuerlasten wird mit 5 Multipliziert, hieraus ergibt sich die Steuerlast, die auf die Abfindung zu zahlen ist. Das Ganze klingt im ersten Moment etwas kompliziert, wird aber vielleicht durch ein Beispiel deutlicher:

Beispiel zur Fünftelregelung

Herr M. hat einen wirksamen Aufhebungsvertrag zum 31.07.2016 unterschrieben. Im Vertrag ist eine Abfindungssumme von 25.000 Euro vereinbart. Diese wird vom Arbeitgeber sofort nach dem Wirksamwerden des Vertrages überwiesen. Herr K. hatte im übrigen Jahr ein Einkommen von genau 30.000 Euro und unterliegt einem Kirchensteuersatz von 8%, da er aus Bayern kommt. Mit Hilfe der Fünftelregelung wird nun die Steuerlast auf die Abfindung berechnet:

  1. Auf das übrige Einkommen von 30.000 Euro müsste Herr M. rund 6.206 Euro Steuern (inkl. Soli und Kirchensteuer) zahlen.
  2. Die Abfindung wird durch 5 geteilt, 1/5 der Abfindungssumme ist 5.000 Euro, dieser Betrag wird dem übrigen Einkommen hinzuaddiert: 35.000 Euro.
  3. Die Steuer, die Herr M. auf 35.000 Euro zahlen müsste läge bei rund 8.048 Euro.
  4. Zwischen beiden Steuerbeträgen liegt also eine Differenz von rund 1.842 Euro. Diese wird mit 5 multipliziert. Es ergibt sich somit ein Betrag von 9.211 Euro, die Herr M. auf seine Abfindung zahlen müsste.

Quelle: Die Zahlen im Beispiel wurden erhoben mit dem Rechner für 2016 auf abfindungsrechner.com

Im Beispiel sieht man sehr schön, wie wirksam die Fünftelregelung zum Steuern sparen sein kann. Wäre die Abfindung im Beispiel ohne die Fünftelregelung versteuert worden, so wäre ein Steuerbetrag in Höhe von 10.484 Euro angefallen. Durch die Fünftelregelung lässt sich also eine Steuerersparnis von 1.273 Euro erzielen, dass entspricht über 12% Steuerersparnis.

One thought on “Steuern sparen bei Abfindungen

  1. Das ist eine sehr ausführliche und gut zu verstehende Erklärung.
    Ein kleiner Wunsch: Esnwäre ganz toll, ob ich auch eine Steuererklärung machen kann. Da im Bescheid Steuerklasse 6 steht.

    Danke und herzliche Grüße
    Elisabeth Berk

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