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Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung

Kapitaleinkünfte bei der SteuererklärungGlücklich schätzen kann sich jeder, der neben seinen Einkünften aus Lohn und Gehalt oder selbstständiger Tätigkeit über Kapitaleinkünfte verfügt. Dies gilt nicht nur deshalb, weil für diese Zusatzeinkünfte keine Leistung erbracht werden muss, da quasi das Kapital arbeitet. Besonders vorteilhaft ist, dass die ersten 801 Euro aus diesen Einkünften unabhängig vom sonstigen Einkommen immer steuerfrei bleiben. Nur auf darüber hinausgehende Beträge wird eine einheitliche Steuer erhoben, die aber in vielen Fällen unter dem persönlichen Steuersatz liegt.

Diese Steuer hieß bis Ende 2008 Kapitalertragssteuer und wurde je nach Art der Einkünfte in unterschiedlicher Höhe erhoben. Seit dem 1.1.2009 gibt es die einheitliche Abgeltungssteuer, die bei den meisten Kapitaleinkünften wie zuvor die Kapitalertragssteuer direkt an der Quelle abgeführt wird. Mit der Abgeltungssteuer sind unabhängig vom persönlichen Steuersatz alle Ansprüche des Finanzamtes befriedigt. Dennoch sollte sich jeder Steuerpflichtige, der über Kapital verfügt, mit der Steuerthematik befassen. So können einerseits Rückerstattungsansprüche entstehen, andererseits werden mit der Abgeltungssteuer nicht alle Einkünfte erfasst. Für alle, die ihre Steuerlast im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten verringern möchten, ohne dem Finanzamt etwas schuldig zu bleiben, haben wir im Folgenden die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Was zählt zu den Kapitaleinkünften?

Grundsätzlich zählen alle Gegenleistungen, die für die Überlassung von Kapital gezahlt werden, zu den Kapitaleinkünften. Eine ausführliche, aber ausdrücklich als nicht abschließend bezeichnete Aufstellung aller Kapitaleinkünfte ist im § 20 EStG zu finden. Doch die für Privatpersonen relevantesten Einkünfte aus Kapital sind schnell zusammengefasst. Es handelt sich dabei um:

1.) Zinsen aus Sparguthaben, Tages- und Festgeldern etc.
2.) Dividenden
3.) Erträge aus Fonds
4.) Gewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften (Kursgewinne)
5.) Gewinne aus dem Verkauf von nach 2004 abgeschlossenen Kapitalversicherungen
6.) Zinsen aus Privatdarlehen

Einnahmen aus allen vorgenannten Einkunftsarten müssen grundsätzlich versteuert werden, sofern sie die Sparerpauschbeträge von jährlich 801 Euro pro einzeln veranlagter Person respektive 1.602 Euro pro zusammenveranlagte Personen (Ehepaaare, eingetragene Lebenspartnerschaften) übersteigen. Seit dem 1.1.2009 unterliegen mit Ausnahme der Einnahmen aus dem Verkauf von Lebensversicherungen alle vorgenannten Kapitaleinnahmen der Abgeltungssteuer, die in der Regel an der Quelle erhoben, also direkt einbehalten wird. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Einkünfte auf Auslandsguthaben sowie die Zinsen für Privatdarlehen; diese Kapitalerträge müssen in der Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung aufgeführt werden.

Wissenswertes zur Abgeltungssteuer

Wie der Name schon andeutet, ist mit der seit 2009 für die meisten Kapitaleinkünfte geltenden Abgeltungssteuer jede Steuerschuld abgegolten, also beglichen. Das gilt auch dann, wenn der persönliche Steuersatz über der Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer liegt. Somit bedeutet die Abgeltungssteuer Vorteile für alle Personen, die mehr als 25 % auf ihr sonstiges Einkommen abführen müssen. Auf der anderen Seite wirkt sich die Abgeltungssteuer nicht nachteilig aus, wenn der persönliche Steuersatz unter der 25-Prozent-Marke liegt. In einem solchen Fall kann im Rahmen der Steuererklärung eine „Günstigerprüfung“ beantragt werden. Diese führt dann dazu, dass zu viel gezahlte Steuern zurückerstattet werden.

Für alle unter Punkt eins bis vier genannten Einkunftsarten kommt die Abgeltungssteuer zum Tragen. Das bedeutet, die zu zahlende Steuer wird automatisch an das Finanzamt abgeführt. Es gibt allerdings Ausnahmen. So greift die Abgeltungssteuer nicht bei Einkünften aus Konten, die im Ausland unterhalten werden, bei Zinsen aus Privatdarlehen und bei Erlösen aus dem Verkauf von Versicherungen, die anfallen, wenn die Versicherung nach 2004 abgeschlossen worden ist. Diese Einkünfte müssen in der Anlage KAP in jedem Fall aufgeführt werden. Für die Erträge, für die eine Abgeltungssteuer erhoben worden ist, ist die Aufführung in der Anlage KAP nicht zwingend.

Die Pauschbeträge und die Freistellungserklärung

Die seit 2009 geltenden, oben schon genannten Sparerpauschbeträge von 801 Euro pro Person oder 1.602 Euro pro Ehepaar/eingetragene Lebensgemeinschaft sind an die Stelle des früheren Sparerfreibetrages von 750 Euro pro Einzelperson getreten. Neu ist, dass pauschale Kosten für die Kontoführung über den Sparerpauschbetrag hinaus nicht mehr abgesetzt werden können. Bis zur Höhe des geltenden Sparerpauschbetrages bleiben Kapitaleinkünfte steuerfrei.

Wer die Pauschbeträge für sich jedoch geltend machen möchte, muss aktiv werden. Am günstigsten ist es, das Anlageinstitut im Rahmen einer Freistellungserklärung anzuweisen, den Pauschbetrag zu berücksichtigen. Das ist befristet oder unbefristet möglich und kann per Fax, per Internet oder schriftlich beantragt werden. Auch eine Aufteilung des Pauschbetrages auf verschiedene Institute ist möglich.

Wer bei seiner Bank/seinen Banken bis Ende 2015 keine solche Freistellungserklärung eingereicht hat und somit mit Abgeltungssteuern auf alle Kapitaleinkünfte belastet worden ist, kann die zu Unrecht einbehaltenen Beträge im Rahmen der EinkommenSteuererklärung 2016 zurückfordern. In einem solchen Fall sollten in der Anlage KAP die vereinnahmten und die an das Finanzamt abgeführten Beträge aufgeführt und die Steuerbescheinigung der Bank/der Banken beilegt werden. Die innerhalb der Freigrenze abgeführten Beträge werden dann im Rahmen der Steuerklärung erstattet.

Pflichten zur Abgabe einer Steuererklärung

Grundsätzlich muss jede Privatperson, deren Einkommen den für 2015 festgesetzten Grundfreibetrag von 8.354 Euro (16.708 Euro für gemeinsam veranlagte Personen) übersteigt, eine Steuererklärung abgeben. Ausgenommen sind alleinstehende Personen, die ihr Einkommen ausschließlich aus nicht selbstständiger Arbeit beziehen. Auch gemeinsam veranlagte Paare mit Einkommen ausschließlich aus Lohn und Gehalt können auf die Abgabe der Steuererklärung verzichten, sofern sie sich nicht zuvor für die Lohnsteuervarianten III, V oder IV mit Faktor entschieden haben.

Sobald über den Lohn/das Gehalt hinaus ein Einkommen, welcher Art auch immer, von mehr als 401 Euro erzielt worden ist, wird gemäß EStG § 43 Abs. 5 auch bei diesen Ausnahmefällen die Abgabe einer Steuererklärung Pflicht. Es sei denn, die Zusatzeinnahmen stammen ausschließlich aus Kapitaleinkünften, für die zuvor die Abgeltungssteuer automatisch einbehalten worden ist. Die Anlage KAP muss deshalb nicht Bestandteil der Steuererklärung sein. Sie ist nur zu empfehlen, wenn eine zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückgeholt werden soll. Verpflichtend ist sie hingegen immer dann, wenn die Kirchensteuer auf die Kapitaleinkünfte nicht bezahlt worden ist oder aber, wenn noch nicht versteuerte Einnahmen aus Kapitalvermögen (siehe Absatz Abgeltungssteuer) erzielt worden sind.

Empfehlung zur Abgabe der Anlage KAP

Kapitalvermögen bei der Steuererklärung 2016Wer im Jahre 2015 Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt hat, aber den Sparerpauschbetrag nicht ausgenutzt hat, sollte seine Einkommensteuererklärung in jedem Fall um die Anlage KAP ergänzen. Die von der Bank oder den Banken ausgestellten Steuerbescheinigungen sind der Steuererklärung beizufügen. Das Finanzamt sorgt dann dafür, dass die auf die ersten 801 Euro respektive 1.602 Euro gezahlte Abgeltungssteuer im Rahmen der Steuererklärung 2016 berücksichtigt wird.

Sinnvoll wird die Anlage KAP immer auch dann, wenn bei einem Institut Erträge erwirtschaftet werden konnten, bei einem anderen aber Verluste entstanden sind. Denn nur innerhalb eines Instituts werden Gewinne und Verluste miteinander verrechnet. Sofern institutsübergreifende Verrechnungen notwendig werden, ist das nur im Rahmen der Steuererklärung möglich.

Auch dann, wenn der persönliche Steuersatz weniger als 25 % beträgt, lohnt sich die Erstellung der Anlage KAP (siehe hierzu auch Beitrag zu den Steuerformularen 2015 inkl. Download). Die über den persönlichen Steuersatz hinaus gezahlten Beträge werden dann erstattet oder mit eventuellen Steuernachforderungen für andere Einkommen verrechnet.

Wenn das Jahreseinkommen inklusive der Erträge aus Kapitalvermögen unterhalb der Grundfreibeträge (siehe Passus „Pflichten zur Abgabe einer Steuererklärung“) lag, erfolgt sogar eine komplette Befreiung von der Abgeltungssteuer. Wurde dennoch eine Abgeltungssteuer abgeführt, kann diese Steuer durch separate Einreichung der Anlage KAP zurückerstattet werden. Eine Steuererklärung ist in einem solchen Fall nicht erforderlich. Durch einer der Bank einzureichende Nichtveranlagungsbescheinigung kann der unberechtigte Abzug der Abgeltungsteuer in den Folgejahren vermieden werden.

Pflicht zur Abgabe der Anlage KAP

Sofern der Anleger einer steuerpflichtigen Glaubensgemeinschaft angehört, erhöht sich die Abgeltungssteuer nicht nur um den immer fälligen Solidaritätszuschlag, sondern auch um die Kirchensteuer. Ab 2015 wird die Kirchensteuer automatisch einbehalten; dazu fragen die Banken beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ab, ob der Anleger einer Religionsgemeinschaft angehört. Wer sich gegenüber seiner Bank nicht so weit offenbaren möchte, kann beim BZSt einen Sperrvermerk eintragen lassen. Dann ist er für die korrekte Abführung selbst verantwortlich.

Für das Jahr 2015 gilt außerdem eine weitere Regelung: Für alle, die in ihrer Freistellungserklärung nicht auf ihre Religionszugehörigkeit hingewiesen haben, besteht die Pflicht zur Abgabe der Anlage KAP. Das Finanzamt nimmt dann die nachträgliche Abführung vor.

Selbstverständlich müssen auch Zinsen aus Privatdarlehen versteuert werden. Da auf diese Einnahmen keine Abgeltungssteuer erhoben werden kann, wird die Angabe dieser Zinsen in der Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung notwendig. Die Steuerpflicht erstreckt sich auch auf Zinsen, die bei ausländischen Banken erzielt worden sind sowie auf alle sonstigen ohne Steuerabzug vereinnahmten Kapitaleinkünfte, die folglich in der Einkommensteuererklärung ausgewiesen werden müssen.

Zu beachtende Fristen

Privatpersonen müssen ihre Steuererklärung bis zum 31.5. eines jeden Jahres einreichen. Wenn es sich dabei nicht um einen Werktag handelt,gilt der darauf folgende Werktag als Abgabedatum (siehe Fristen für die Einkommensteuer 2015). Die Nichteinhaltung dieser Frist hat jedoch keine sofortigen Konsequenzen (Verspätungszuschläge, Versäumniszinsen) zur Folge. Sollte die Frist nicht eingehalten werden können, empfiehlt sich das Hilfsmittel der Fristverlängerung. In der Regel dauert es einige Zeit, bis das zuständige Finanzamt eine Mahnung verschickt, in der dann eine sechswöchige Frist ausgesprochen wird. Auf Antrag, auch telefonisch, sind in begründeten Fällen zudem Fristverlängerungen möglich. Wird ein Fachmann mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt, gilt eine verlängerte Frist bis zum Jahresende des auf das Veranlagungsjahr folgenden Jahres.

3 comments on “Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung

  1. Auch wenn mir so etliches immer noch unverständlich ist, wohl auch bleiben wird-danke für jenes, was ich aus Ihren Beiträgen zu begreifen gelernt habe! Toll gemacht! Werde weiternutzen, auch weiterempfehlen! V.G

  2. Hallo,
    erst ein mal vielen Dank für diesen super Beitrag!
    Bei mir als Student trifft der Fall zu, dass ich leider den Freistellungsauftrag bei der Bank vergessen habe.
    Nun möchte ich rückwirkend meine Abgeltungssteuer für die Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 rückerstattet bekommen.
    Für die Jahre 2012 und 2013 sei das kein Problem, da ich für diese beiden Jahre keine Steuererklärung verfasst habe.
    2014 und 2015 habe ich allerdings Steuererklärungen abgegeben und diese wurden auch so genehmigt und sind jetzt quasi “erledigt” – zu mir hat man eben gesagt, dass ich für diese beiden Jahre meine Kapitalertragssteuer nicht mehr zurück bekommen.
    Stimmt das so bzw. gibt es eine Möglichkeit, doch noch an das Geld zu kommen?

    Liebe Grüße

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