Steuer 2015: Sofort starten

Schneller und einfacher geht's nicht!

  • Erstellen Sie jetzt Ihre Steuererklärung 2015 online mit smartsteuer in ca. 30-60 Minuten.
  • 1.053,60€ sofortige Steuer-Rückerstattung sichern sich unsere Nutzer durchschnittlich.
  • = 1.000€ Stundenlohn!

Die einzige deutsche Online-Steuererklärung mit einem TÜV-Zertifikat für Datenschutz & Datensicherheit

  • Zertifizierte deutsche Rechenzentren nach SAS70 & PCI-DSS
  • Interne & externe Datensicherheitsprüfung vom TÜV Rheinland
  • Verschlüsselte Speicherung & Übertragung aller Steuerdaten

Doppelte Haushaltsführung bei der Steuererklärung

Doppelte Haushaltsführung bei der Steuererklärung 2016Das Einkommensteuerrecht definiert die „doppelte Haushaltsführung“ als Zweitwohnung, die aufgrund eines auswärtigen Beschäftigungsortes erwerbsbedingt ist. Das ist in dem Fall gegeben, in dem ein Arbeitnehmer am Ort seiner ersten Tätigkeitsstätte (bisher „regelmäßige Arbeitsstätte”) wohnt und weiterhin einen eigenen Hausstand an einem anderen Ort unterhält. Diese Konstellation trifft typischerweise bei Versetzungen oder beim Wechsel des Arbeitgebers an einen weiter entfernten Ort unter gleichzeitiger Beibehaltung des Hausstandes am bisherigen Wohnort auf. Außerdem kann auch eine Fortbildung eine doppelte Haushaltsführung begründen. Da die Aufwendungen für diese Wohnung demnach beruflich veranlasst sind, sind sie in einem bestimmten Umfang als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig. Daneben sind auch die Kosten für eine wöchentliche Heimfahrt sowie für die ersten drei Monate Mehraufwendungen für Verpflegung steuerlich absetzbar. Die Abzugsfähigkeit der doppelten Haushaltsführung ist zeitlich unbefristet.

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage für den Abzug der Werbungskosten eines Arbeitnehmers ist im § 9 Absatz 1 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu finden. Die Betriebsausgaben sind in § 4 Absatz 5 Nr. 5 EStG geregelt. Neben der Möglichkeit, die Kosten in der eigenen Steuererklärung 2016 geltend zu machen, ermöglicht es der § 3 Nr. 16 EStG Arbeitgebern, ihren Mitarbeitern die Kosten steuerfrei zu erstatten. In den Lohnsteuer-Richtlinien R 9.11 gibt es dazu weitere Hinweise anhand umfangreicher Rechtsprechung und zahlreicher Verwaltungsanweisungen.

Voraussetzungen

Eine doppelte Haushaltsführung setzt voraus, dass der Steuerpflichtige einen eigenen Hausstand am Wohnort seines Lebensmittelpunktes und eine Wohnung am Beschäftigungsort unterhält. Dabei kommt es auf den Familienstand nicht an. Die steuerliche Vergünstigung können Verheiratete und Ledige in Anspruch nehmen, wenngleich bei Alleinstehenden die Erbringung der Nachweise für das Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung umfangreicher ist.

Was ist im steuerlichen Sinn ein eigener Hausstand?

Unter steuerlichen Gesichtspunkten setzt ein eigener Hausstand eine eingerichtete Wohnung voraus, an der sich auch der Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet. Bei einem verheirateten Steuerpflichtigen ist dies zweifelsohne in der Familienwohnung gegeben. In diesem Fall muss der Steuerpflichtige lediglich anhand der Dokumentation regelmäßig getätigter Heimfahrten zeigen, dass sich dort sein Lebensmittelpunkt befindet.

Am Ort des eigenen Hausstandes muss jedoch nicht zwangsweise während der Abwesenheit ein hauswirtschaftliches Leben herrschen. Es ist daher auch möglich, dass beide Ehepartner auswärtige Zweitwohnsitze innehaben und beispielsweise an Wochenenden eine weitere, gemeinsame Wohnung beziehen. Irrelevant ist dabei, ob es sich um ein Eigenheim oder eine Mietwohnung handelt, auch ein Untermietverhältnis ist denkbar. Es muss lediglich die Möglichkeit zur eigenständigen Haushaltsführung vorliegen.

Ein eigener Hausstand im steuerlichen Sinn liegt hingegen nicht vor, wenn ein Kind während oder nach seiner Ausbildung ein Zimmer in der elterlichen Wohnung bewohnt – sei es mit oder ohne Beteiligung an den Kosten. Hier verneint das Steuerrecht das Vorliegen einer eigenständigen Haushaltsführung. Lediglich wenn das Kind Räume außerhalb der elterlichen Wohnung innehat, kann eine eigene Haushaltsführung gegeben sein (z.B. Einliegerwohnung). Diese Räume müssen mit einer eigenen Kochgelegenheit und mit eigenen sanitären Einrichtungen ausgestattet sein. Ab 2015 wurden die Voraussetzungen eines eigenen Hausstandes für diese Fälle durch das Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts verschärft. Nun liegt ein eigener Hausstand nur im Falle einer finanziellen Beteiligung an den laufenden Kosten der Haushaltsführung vor. Als Faustregel gibt die Finanzverwaltung dabei vor, dass die finanzielle Beteiligung nur dann gegeben ist, wenn der Steuerpflichtige nachweislich mehr als zehn Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung (z.B. Miete, Lebensmittel) trägt. Diese Regelung hat zur Folge, dass Arbeitnehmer, die im Haus der Eltern unentgeltlich eine Wohnung bewohnen, die Voraussetzung der doppelten Haushaltsführung nicht erfüllen.

Mittelpunkt der Lebensinteressen

Eine weitere Voraussetzung der doppelten Haushaltsführung ist, dass der erste Wohnsitz den Mittelpunkt der Lebensinteressen bildet. Bei Verheirateten befindet sich dieser am Wohnort der Familie, sofern mindestens sechs Familienheimfahrten im Jahr unternommen werden. Bei Alleinstehenden gilt der Ort, zu dem engere persönliche Beziehungen bestehen, als Lebensmittelpunkt. Diese können neben der Bindung zu Eltern und anderen Verwandten bzw. Bekannten auch durch eine Zugehörigkeit zum Verein oder durch andere Aktivitäten begründet werden. Für eine steuerliche Anerkennung eines Ortes als Lebensmittelpunkt sollte dieser laut Finanzverwaltung durchschnittlich mindestens zweimalig im Monat aufgesucht werden.

Während bei verheirateten Steuerpflichtigen eine einmalige Bejahung der doppelten Haushaltsführung dazu führt, dass diese bei gleich bleibenden Familienverhältnissen auf Dauer anerkannt wird, prüft das Finanzamt bei alleinstehenden Steuerpflichtigen bei einer längeren Dauer, ob der Beschäftigungsort zum Mittelpunkt der Lebensinteressen geworden ist. Dabei dienen der Dauer der Aufenthalte in den jeweiligen Wohnungen sowie Größe und Ausstattung der Wohnungen als Indizien. Daneben spielen die Zahl der Heimfahrten und die Entfernung beider Wohnungen eine Rolle.

Definition der Zweitwohnung

Den Begriff der Zweitwohnung am Beschäftigungsort der ersten Tätigkeitsstätte hat die Rechtsprechung recht weit gefasst. Darunter wird jede Art von Unterkunft verstanden: Auch ein möbliertes Zimmer, ein Hotelzimmer oder die Kaserne bei Soldaten wird als Zweitwohnung akzeptiert. Lediglich das Bord eines Schiffes oder ein Wohnmobil wird als Zweitwohnung verneint.

Die Zweitwohnung muss nicht direkt am Beschäftigungsort gelegen sein, auch das Einzugsgebiet des Beschäftigungsortes reicht aus. Eine genaue Kilometerbegrenzung zur Mindestentfernung zwischen Beschäftigungsort und Hauptwohnsitz bzw. Höchstentfernung zwischen Beschäftigungsort und Zweitwohnung wird nicht festgelegt.

Welche Aufwendungen können in der Steuererklärung 2016 abgezogen werden?

Steuermindernd wirken sich Mehraufwendungen aus, die durch den doppelten Haushalt entstanden sind. Neben der Kosten für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort, der
Kosten für Familienheimfahrten und die Fahrten zwischen Zweitwohnung und Arbeitsplatz, können auch Verpflegungsmehraufwendungen (Spesen) sowie Telefon- und Umzugskosten
geltend gemacht werden.

Unterkunftskosten

Abzugsfähige Unterkunftskosten sind insbesondere die Maklergebühren für die Vermittlung der Wohnung, die Warmmiete, Aufwendungen zur Einrichtung der Zweitwohnung und die Zweitwohnsitzsteuer. Begünstigte Einrichtungsgegenständen sind u.a. Kücheneinrichtung und andere Möbel, Lampen, Geschirr sowie ein Radio- und Fernsehgerät. Dabei gelten die regulären Abschreibungsregeln, was bedeutet, dass sich lediglich Anschaffungskosten eines Einrichtungsgegenstandes für weniger als 410 Euro sofort und in voller Höhe auswirken. Darüber hinaus sind die Kosten auf die Nutzungsdauer gemäß der amtlichen AfA-Tabelle zu verteilen. Dies kann bei einem Bürotisch beispielsweise immerhin 13 Jahre betragen.

Allerdings sind nur die notwendigen Einrichtungsgegenstände begünstigt. Zudem müssen die Kosten der Wohnung angemessen sein: Ab 2015 wurde im Gesetz eine Obergrenze von 1.000 Euro festgesetzt; die Wohnungsgröße spielt seither auch keine Rolle mehr.

Fahrtkosten

Heimweg, Heimfahrten, Fahrtkosten bei Doppelter HaushaltsführungAls Fahrtkosten dürfen maximal eine Heimfahrt pro Woche mit 0,30 Euro je Entfernungskilometer angesetzt werden. Eine Begrenzung auf den Jahreshöchstbetrag von 4.500,00 Euro wie bei der Pendlerpauschale gibt es hierbei nicht. Sollten öffentliche Verkehrsmittel für die Fahrten genutzt worden sein, sind die tatsächlichen Kosten abzugsfähig.

Verpflegungsmehraufwendungen

Für die ersten drei Monate der doppelten Haushaltsführung kann der Steuerpflichtige außerdem Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen. Für einen vollen Tag mit 24 Stunden Abwesenheit sind 24 Euro abziehbar, andernfalls können 12 Euro angesetzt werden, sofern die Abwesenheit über 8 Stunden andauerte. Mehr Informationen zum Thema Verpflegungsmehraufwendungen finden Sie auch auf reisekostenabrechnung.com

Weiterführende Artikel

Hier finden Sie einige weitere Artikel in unserem Portal, dem Sie weiterführende Informationen zum Thema Doppelte Haushaltsführung entnehmen können:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.